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Athanasianum

Bekenntnis zur Trinität
Dieses dem Bischof von Alexandria Athanasius (295-373) zugeschriebene Bekenntnis behandelt vor allem den Glauben an die Dreieinigkeit Gottes und die beiden Naturen Jesu.
Es ist relativ unbekannt und hat auch nur in der Anglikanischen Kirche liturgische Bedeutung erlangt.
Wer da will selig werden, der muß vor allen Dingen der rechten christlichen Glauben haben. Wer denselben nicht ganz und rein hält, der wird ohne Zweifel ewiglich verloren sein.

Dies ist aber der rechte christliche Glaube, daß wir einen einigen Gott in drei Personen und drei Personen in einiger Gottheit ehren.
Und nicht die Personen in einander mengen, noch das göttlich Wesen zertrennen.
Ein andere Person ist der Vater, eine andere der Sohn, eine andere der heilige Geist.
Aber der Vater und Sohn und heiliger Geist ist ein einiger Gott, gleich in der Herrlichkeit, gleich in ewiger Majestät.

Welcherlei der Vater ist, solcherlei ist der Sohn, solcherlei ist auch der heilige Geist.
Der Vater ist nicht geschaffen, der Sohn ist nicht geschaffen, der heilige Geist ist nicht geschaffen.
Der Vater ist unermeßlich, der Sohn ist unermeßlich, der heilige Geist ist unermeßlich.
Der Vater ist ewig, der Sohn ist ewig, der heilige Geist ist ewig;
Und sind doch nicht drei Ewige, sondern es ist ein Ewiger:

Gleichwie auch nicht drei Ungeschaffene, noch drei Unmeßliche, sondern es ist ein Ungeschaffener und ein Unmeßlicher.

Also auch der Vater ist allmächtig, der Sohn ist allmächtig, der heilige Geist ist allmächtig;
Und sind doch nicht drei Allmächtige, sondern ist ein Allmächtiger.

Also der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der heilige Geist ist Gott;
Und sind doch nicht drei Götter, sondern es ist ein Gott.

Also der Vater ist der Herr, der Sohn ist der Herr, der heilige Geist ist der Herr;
Und sind doch nicht drei Herren, sondern es ist ein Herr.

Denn gleichwie wir müssen nach christlicher Wahrheit eine jegliche Person für sich Gott und Herrn bekennen:
Also können wir im christlichen Glauben nicht drei Götter oder drei Herren nennen.

Der Vater ist von niemand weder gemacht, noch geschaffen, noch geboren.
Der Sohn ist allein vom Vater, nicht gemacht, noch geschaffen, sondern geboren.
Der heilige Geist ist vom Vater und Sohn, nicht gemacht, nicht geschaffen, nicht geboren, sondern ausgehend.

So ist's nun. Ein Vater, nicht drei Väter; ein Sohn, nicht drei Söhne; ein heiliger Geist, nicht drei heilige Geister.
Und unter diesen drei Personen ist keine die erste, keine die letzte, keine die größte, keine die kleinste;
Sondern alle drei Personen sind mit einander gleich ewig, gleich groß:
Auf daß also, wie gesagt ist, drei Personen in einer Gottheit und ein Gott in drei Personen geehret werde.
Wer nun will selig werden, der muß also von den drei Personen in Gott halten.

Es nun aber auch not zur ewigen Seligkeit, daß man treulich glaube, daß Jesus Christus unser Herr sei wahrhaftiger Mensch.
So ist nun dies der rechte Glaube, so wir glauben und bekennen, daß unser Herr Jesus Christus Gottes Sohn, Gott und Mensch ist:

Gott ist er aus des Vaters Natur vor der Welt geboren, Mensch ist er aus der Mutter Natur in der Welt geboren.
Ein vollkommener Gott, ein vollkommener Mensch mit vernünftiger Seele und menschlichem Leibe;
Gleich ist er dem Vater nach der Gottheit, kleiner ist er, denn der Vater, nach der Menschheit,

Und wiewohl er Gott und Mensch ist, so ist er doch nicht zwei, sondern ein Christus,
Einer, nicht das die Gottheit in die Menschheit verwandelt sei sondern daß die Gottheit hat die Menschheit an sich genommen,
Ja, einer ist er, nicht daß die zwei Naturen vermengt sind, sondern daß er eine einige Person ist.

Denn gleichwie Leib und Seel ein Mensch ist, so ist Gott und Mensch ein Christus,
Welcher gelitten hat um unserer Seligkeit willen, zur Hölle gefahren, am dritten Tage auferstanden von den Toten,
Aufgefahren gen Himmel, sitzet zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters,
von dort er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten

Und zu seiner Zukunft müssen alle Menschen auferstehen mit ihren eigenen Leibern,
Und müssen Rechenschaft geben, was sie getan haben,
Und welche gutes getan haben, werden ins ewige Leben gehen; welche aber böses getan, ins ewige Feuer.

Das ist der rechte christliche Glaube; wer denselben nicht fest und treulich glaubt, der kann nicht selig werden.

(Text nach: Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche. Herausgegeben im Gedenkjahr der Augsburgischen Konfession 1930. Berlin: Evangelische Verlagsanstalt, 5., unveränderte Auflage 1960, S. 28-30.)