Confessio.de ist ein Angebot des Evangelischen Bundes Sachsen und des Beauftragten für Weltanschauungsfragen der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Aktuelles

Neuapostolische Kirche (NAK)
Anlagebetrug und offene Bilanzen
Mehrere Gebietskirchen legten Bilanzen offen
NAK auf dem Kirchentag in Hamburg
Zum ersten Mal auf dem DEKT aktiv
Islam
Keine Befreiung vom gemeinsamen Schwimmunterricht
Grundrechte der Religionsfreiheit und des staatlichen Bildungsauftrags
Religionsrecht
Atheismus
Statistik
Hinduismus
Sitar-Spieler Ravi Shankar gestorben
Bekannter indischer Sitarspieler wurde 92 Jahre alt.
Atheismus
Plakataktion in Polen
Stiftung „Freiheit von Religion“
Tongil-Gyo (früher: Vereinigungskirche)
Sun Myung Mun verstorben
Gründer und bisheriger Leiter war 92 Jahre
19.03.2010
Theosophie

Ungewollt Messias

In der zur theosophischen Bewegung gehörenden Gruppe „Share International“ wird die Meinung vertreten, dass der von den verschiedenen Religionen erwartete Messias (Buddha Maitreya, Imam Mahdi, wiederkommender Christus…) bereits unerkannt als Mensch auf der Erde leben würde. Begründer dieser theosophischen Richtung ist der Schotte Benjamin Creme, der verschiedene Erkennungsmerkmale dieses Messias bekannt gegeben hat. Diese wurden nun einem völlig Unbeteiligtem zum Verhängnis. Bei einem kurzen Fernsehauftritt in der amerikanischen Talkshow von Stephen Colbert hatte der Inder Raj Patel eigentlich nur etwas Werbung für sein Buch machen wollen, das sich mit einer fairen Globalwirtschaft befasst. Seitdem wird er von den Anhängern Benjamin Cremes für den Messias gehalten: Seit 1974 hatte er vorausgesagt, der Messias werde als Kind von Indien nach England fliegen, dort aufwachsen, im Fernsehen auftreten, sich für die Rechte der Armen einsetzen und dabei leicht stottern. All dies hatte Patel getan. Seine Beteuerungen, er sei nicht der Messias, machten die Sache zunächst noch schlimmer: Creme hatte auch geweissagt, der Messias werde seine Rolle abstreiten. Erst nachdem er sein Schicksal in einer bissigen Satire in der Zeitschrift „Guardian“ veröffentlicht, greift Benjamin Creme ein, bedauert die „Verwechslung“ und die Unnannehmlichkeiten, in welche die zahlreichen Fans Patel gebracht hatten. Dennoch bleibt sich Creme seiner Sache sicher: „Unerkannt spricht Maitreya bereits zu Millionen im US-Fernsehen, und seine Ideen und Energien erfüllen viele mit neuer Hoffnung.“ In Sachsen bestehen in Chemnitz und Dresden zu dieser Bewegung gehörige Kreise für „Transmissionsmeditation“.

HL / www.guardian.co.uk 19.3.2010