Confessio.de ist ein Angebot des Evangelischen Bundes Sachsen und des Beauftragten für Weltanschauungsfragen der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Aktuelles

Neuapostolische Kirche (NAK)
Anlagebetrug und offene Bilanzen
Mehrere Gebietskirchen legten Bilanzen offen
NAK auf dem Kirchentag in Hamburg
Zum ersten Mal auf dem DEKT aktiv
Islam
Keine Befreiung vom gemeinsamen Schwimmunterricht
Grundrechte der Religionsfreiheit und des staatlichen Bildungsauftrags
Religionsrecht
Atheismus
Statistik
Hinduismus
Sitar-Spieler Ravi Shankar gestorben
Bekannter indischer Sitarspieler wurde 92 Jahre alt.
Atheismus
Plakataktion in Polen
Stiftung „Freiheit von Religion“
Tongil-Gyo (früher: Vereinigungskirche)
Sun Myung Mun verstorben
Gründer und bisheriger Leiter war 92 Jahre
15.02.2010
Scientology

Ehrenamtliche Geistliche auf Haiti

Scientology-Ideologie als Krisenhilfe?

Das schwere Erdbeben auf Haiti hat weltweit Hilfsaktionen hervorgerufen. Daran beteiligt sich auf eigene Weise auch die Scientology-Organisation. Ihre Hilfe wird jedoch nicht von allen befürwortet. Dies liegt daran, dass auch sogenannte „Ehrenamtliche Geistliche“ (Scientology Volunteer Ministers Corps) unter den Helfern sind. Diese treten mit dem Anspruch an, nicht nur materielle sondern auch spirituelle Nöte der Opfer und Helfer zu lindern. Sie wenden dabei speziellen Methoden, z.B. den sog. Berührungs- und Nerven-Beistand an, bei welchen den „Patienten“ über einen unbestimmten Zeitraum hinweg die Hände aufgelegt werden, um – so der Anspruch – aufgestaute Schock- und Energiewellen in den Nervenbahnen des Körpers zu reparieren.

Diese „Therapieform“ und andere Werkzeuge für ähnliche Art von Hilfe wurden von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard persönlich entwickelt. Sie sollen nach eigenen Aussagen Hilfe bewirken, indem „Zielsetzung, Wahrheit, und spirituelle Werte im Leben der Opfer und Helfer wiederhergestellt“ würden. 

Es drängt sich der Verdacht auf, dass es sich hierbei nicht nur um rein humanitäre Dienste handelt. Hubbard selbst entwarf die Strategie, in Zeitungen nach Unglücken zu suchen, um möglichst schnell scientologische Hilfestellung zu leisten. In der Öffentlichkeit solle dabei die Hilfsaktion in den Vordergrund geschoben werden. Nicht zu übersehen ist aber der Versuch, neben positiver Presse auch neue Mitglieder zu gewinnen. So verweist Scientology darauf, dass glücklich „Geheilte“ gern dem Team beitreten würden.

Die Not und Verunsicherung der Menschen in der Krise wird missbraucht, um sie mit Scientology-Ideologie zu vereinnahmen. Vor diesem Hintergrund hinterlässt die Hilfsbereitschaft der Church of Scientology einen faden Nachgeschmack.

DW
http://www.volunteerministers.org