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Studientag des Evangelischen Bundes Sachsen am 5. 4. 2014 in Plauen/V.

Wieviel Klarheit verträgt die Nachbarschaft?

Muslimische Kritik an der EKD-Orientierungshilfe

Die vom Rat der EKD herausgegebene Orientierungshilfe zum Islam in Deutschland mit dem Titel „Klarheit und gute Nachbarschaft“ ist von muslimischer Seite stark kritisiert worden. Die Muslimischen Spitzenverbände hatten ein mit der EKD anberaumtes Gespräch zunächst platzen lassen. Ende Mai 2007 wurde das Gespräch in der Mannheimer Yavuz-Sultan-Selim Moschee nachgeholt.

Von muslimischer Seite wurde der EKD vorgeworfen, mit der Handreichung Klischees und Vorurteile gegenüber Muslimen auszunutzen. Das Dokument habe Vertrauen zerstört und Scharfmacher auf beiden Seiten gestärkt. EKD-Ratsvorsitzender Bischof Wolfgang Huber bemühte sich, die Handreichung zu verteidigen. Nach seinem Verständnis habe das Papier dem Dialog gedient und nicht geschadet. Das Mannheimer Gespräch habe mehr Substanz gehabt als frühere Dialoge, meinte Huber laut einem Bericht des SWR. Unzulässige Verallgemeinerungen seien weder Absicht der EKD, noch in dem Text vorgenommen. Aber die Kirche dürfe vor „beunruhigenden Entwicklungen“ nicht die Augen verschließen - etwa bei der Religionsfreiheit.

Auch auf dem Kirchentag gab es ein solches Spitzengespräch mit deutlich kontroversem Charakter und großer öffentlicher Resonanz. Zu dem immer wieder geäußerten Vorwurf, die EKD vermische in dem Papier in unzulässiger Weise Dialog und Mission, hat Reinhard Hempelmann von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen deutlich Position bezogen. Die Begegnung der christlichen Kirchen mit dem Islam lasse sich nicht auf den Dialog und gute Nachbarschaft reduzieren. Das christliche Zeugnis gehöre unverzichtbar dazu, wie ja auch die Muslime für sich selbstverständlich in Anspruch nehmen, dass Religionsfreiheit auch Missionsfreiheit bedeutet und für ihre Religion werben. Hempelmann fordert eine Neuorientierung des Dialogs im Sinne einer respektvollen Streitkultur und eines interreligiösen Realismus. Eine erkennbare christliche Identität ist folglich nicht Störung, sondern Voraussetzung für eine weiterführende Begegnung. Der Beitrag von Dr. Hempelmann kann auf der EZW-Homepage gefunden werden:

http://www.ekd.de/ezw/42714_43208.php

Harald Lamprecht


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Literaturempfehlungen

Erschienen in Confessio 3/2007, Seite 19