Gemeindehilfsbund verweigert sachliche Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus
Die große Mehrheit der Christen in Deutschland zieht gegenüber Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit eine deutliche Grenzlinie. Evangelische wie katholische Kirche und ebenso viele Freikirchen haben die Unvereinbarkeit von der Botschaft des Evangeliums mit völkischem Denken herausgestellt sowie Rassismus und Ausgrenzung von Menschengruppen eine klare Absage erteilt. Das gilt ebenso für evangelikale und konservative Christen in der Evangelischen Allianz.1
Es gibt aber auch einzelne andere Gruppen – insbesondere aus dem christlich-fundamentalistischen Bereich. Diese meinen, z. B. eine zwingende Unterordnung der Frauen aus der Bibel herauslesen zu müssen. Sie lehnen die Frauenordination ab und kämpfen gegen die Anerkennung von Homosexualität und gesellschaftliche Liberalisierung insgesamt. Der Islam wird undifferenziert als Feindbild gezeichnet. Diese eigene Positionierung führt sie in die Nähe von rechtsextremen Kulturkämpfern, die mit genau diesen Themen gezielt auch unter Christen werben. Einige publizieren sogar gemeinsam Bücher mit Vertretern der Identitären Bewegung (z. B. die Reihe „Rechtes Christentum“), pflegen Kontakte zur „Jungen Freiheit“ oder treten bei der AfD auf (s. u.). Kirchliche Stellen, die diese Entwicklung beobachten und sachlich beschreiben, sind ihnen offenbar lästig und wurden nun mit einer Broschüre versucht zu diskreditieren. In dem Heft mit dem Titel „‚Rechte ChristInnen‘ oder (r)echter Glaube?“ wird nicht etwa die Kritik analysiert und auf ihre Berechtigung geprüft. Stattdessen wählt der Text den Gegenangriff. Dr. Martin Fritz von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) hat sich die Mühe gemacht, die Broschüre einer genaueren Analyse zu unterziehen und bemüht sich sogar um ein Gesprächsangebot. Ob es wohl angenommen wird?
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