Rolf J. Pöhler

Christsein heute - gelebter Glaube

Adventistische Selbstdarstellung betont allgemein christliche Basis
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat eine aufwändig gestaltete 140-Seitige Broschüre herausgegeben, in der sie ihre Auffassung vom Christsein allgemein verständlich aufbereitet darstellt.

Christliche Grundlagen

Positiv fällt auf, dass die Darstellung spürbar nicht von speziell adventistischen Lehren geprägt ist, sondern von den Grundlagen des christlichen Glaubens ausgeht. Viele Kapitel über Gott und den Glauben könnten auch in einer Schrift der Evangelischen Allianz stehen. Erst auf S. 30 wird zum ersten Mal mit dem Sabbat ein adventistisches Spezialthema angesprochen. Doch auch dort kommt es ganz ohne Polemik gegen die Kirchen aus und vermag deren Bemühungen um die Sonntagsruhe zu würdigen. Auch das Thema Taufe birgt Konfliktstoff und wird sehr behutsam behandelt. Die eigene Praxis der Taufe durch Untertauchen wird mit dem Vorbild von Jesus begründet, aber glücklicherweise nicht behauptet, dass dies die einzige mögliche Taufform sei. Auch die früher für adventistisches Selbstverständnis wesentliche Ellen G. White erscheint nur einmal auf S. 77 als amerikanische Bestsellerautorin.

Identität nicht durch Abgrenzung

Die Schrift ist durchaus ein Beitrag zur Verortung der Siebenten-Tags-Adventisten in der Gemeinschaft der christlichen Kirchen. Sicherlich kann eine Image-Broschüre zur Darstellung nach Außen nicht den Maßstab zur Beurteilung einer Gruppe abgeben. Adventistische Sonderauffassungen, die in der Ökumene Probleme bereiten, sind damit nicht aus der Welt. Dennoch ist zu würdigen, dass in dieser Schrift die adventistische Identität nicht durch Abgrenzung von anderen Kirchen, sondern durch Darstellung der christlichen Grundlagen gesucht wird.

Harald Lamprecht

Artikel-URL: https://www.confessio.de/material/898

Dieser Beitrag ist erschienen in Confessio 5/2007 ab Seite 21